Sommerliches Salatgemüse aus Resten selber ziehen

Im Sommer geniessen wir knackige Salate auf unseren grünbepflanzten Balkonen und Gärten. Warum verhilfst du den daraus entstehenden Gemüseresten nicht zu einem zweiten Leben und lässt sie erneut spriessen? Aus den Resten folgender vier Gemüse kannst du mit etwas Wasser und Erde, einem Gefäss und viel Sonnenschein neue Sprösslinge züchten.
Das tut nicht nur der Umwelt gut — es macht auch Spass und schont erst noch deinen Geldbeutel.

Unsere Tipps lassen sich im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon, der sonnigen Fensterbank, auf dem Land und in der Stadt, mit oder ohne grünem Daumen einfach umsetzen.

Wir empfehlen die Verwendung von biologischen Gemüseresten, um einen gesunden und hochwertigen Kreislauf aufzubauen.

Lattich: Der vermutlich älteste Salat der Welt, auch Römersalat genannt, eignet sich besonders gut für die Nachzucht neuer Salatblätter. Er besteht vor allem aus Wasser, kann jedoch durch den hohen Gehalt an Vitamin C punkten. Davon enthält er nämlich mehr als jede andere Salatsorte.

Was du benötigst: Den Strunk eines Lattichs

Lege den Strunk in ein Wasserbad, sodass nur das untere Wurzelende im Wasser liegt. Stell die Schüssel an einen sonnigen Platz und besprühe ihn ab und zu mit Wasser. Bald werden sich Wurzeln bilden und nach wenigen Tagen kann man den frischen Salatblättern bereits beim Spriessen zusehen. Die neuen Blätter kannst du für frische Salate verwenden oder den kleinen Salat nach dem Keimen in die Erde setzen und erneut wachsen lassen.

Stangensellerie: Ähnlich wie der Lattich können auch Selleriereste durch ein Wasserbad wieder zum Keimen gebracht werden. Das knackige Sommergemüse macht sich besonders gut in Salaten, kann aber auch für warme Speisen verwendet werden. Stangensellerie enthält viel Wasser, Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium, Natrium und Magnesium, schützt das Herz und wirkt antibakteriell und reinigend.

Was du benötigst: Den Strunk eines Stangenselleries

Schneide ihn etwa 2,5 Zentimeter oberhalb der Wurzel ab und lege ihn in eine Schüssel mit Wasser. Platziere die Schüssel an einem sonnigen Platz und besprühe den Strunk ab und zu mit Wasser. Vergiss nicht das Wasser mindestens alle zwei bis drei Tage zu wechseln. Nach etwa drei Tagen werden Wurzeln spriessen und es bildet sich das erste Grün in der Mitte des Strunks.
Du kannst die frischen Selleriestangen in deinen Salat schnippeln oder die Pflanze in einen Topf einpflanzen und ihr beim Wachsen zusehen.

Knoblauch: Sei es als würzende Zutat oder als medizinisches Heilmittel, der Knoblauch erfreut sich in vielen Kulturen an grosser Beliebtheit. Als Naturheilmittel ist er besonders für seine positive Wirkung auf Blut, Herz und Gefässe bekannt, hilft aber auch bei Darmerkrankungen und als natürliches Antibiotikum.

Was du benötigst: Eine Knoblauch Zehe

Stecke das Ende der Zehe mit der Wurzel nach unten in die Erde. Den Topf platzierst du an einen warmen Ort mit direktem Sonnenlicht. Nun kannst du dich schon zurücklehnen. Deine einzige Aufgabe besteht darin die Erde feucht zu halten. Bald werden die neuen Sprösslinge die Erdoberfläche durchstossen. Wenn du das Heranwachsen deiner Knoblauchknolle vorantreiben möchtest, empfehlen wir die Sprösslinge leicht zu stutzen. Die Pflanze wird dann beginnen, all ihre Ressourcen in das Wachsen einer möglichst grossen Knolle zu stecken. Nach dem Ernten kannst du wieder eine Zehe einpflanzen und den Kreislauf von vorne beginnen.

Ingwer: Ob als Hausmittel bei Erkältungen, im Tee oder als Zutat beim Kochen, Ingwer liegt im Trend. Er enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Kalzium. Die Wunderwurzel hat jedoch seinen Preis, deshalb empfehlen wir, nicht kaufen, sondern ganz einfach selbst vermehren.

Was du benötigst: Rest einer Ingwerknolle

Schneide etwa 5 Zentimeter von der Knolle ab und lege den Ingwer über Nacht in eine Schüssel mit lauwarmen Wasser. Befülle einen Blumentopf zu zwei Drittel mit Erde und platziere das Ingwerstück am folgenden Tag, mit der Schnittfläche nach unten, in die Erde. Bedecke ihn mit einer dünnen Erdschicht. Die tropische Pflanze benötigt genug Luftfeuchtigkeit um zu wachsen. Wir empfehlen den Topf mit einem hellen Bienenwachstuch (nachhaltige Alternative zur Frischhaltefolie) abzudecken. Stelle den Topf an einen hellen warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung und befeuchte die Erde täglich mit einer Sprühflasche. Sobald ein grüner Trieb zum Vorschein kommt, kannst du deine Ingwerpflanze an die Sonne stellen und mässig giessen. Wenn sich die Blätter gelb verfärben, kann die Ingwerknolle geerntet werden. Du kannst auch nur die nötige Menge Ingwer abschneiden und den Rest wieder in die Erde stecken und weiterwachsen lassen.

Um deinem Gemüse eine optimale Wachstumsumgebung zu bieten, vergiss nicht, das Wasser von deinen Keimlingen am besten täglich zu wechseln.

Schenke deinen Gemüseresten ein neues Leben! Wenn du noch heute damit anfängst, dauert es auch gar nicht mehr lange bis zur ersten ressourcensparenden Ernte. Wir wünschen viel Freude und guten Genuss.

2018-11-14T14:23:47+00:00